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Alternative Antriebe: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Bild: © Tom-Hanisch - Fotolia.com - Eine durchschnittliche E-Auto-Batterie kostet derzeit im Durchschnitt um die 10 000 Euro

Bild: © Tom-Hanisch – Fotolia.com – Eine durchschnittliche E-Auto-Batterie kostet derzeit im Durchschnitt um die 10 000 Euro

Obwohl die Energiewende seit einigen Jahren in vollem Gange ist, hapert es doch an allen Ecken und Kanten. In der Automobilindustrie sind es vor allem die alternativen Antriebsmöglichkeiten, die in der Politik für Kopfzerbrechen sorgen. Da überrascht es nicht, dass immer mehr Experten davon reden, dass das Ziel von einer Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen völlig realitätsfern sei.

Vorgaben der EU beeinflussen die Autoproduktion

Dabei sieht es mit dem Energieverbrauch und dem Ausstoß von Schadstoffen in der Automobilindustrie gar nicht so schlecht aus. Seitdem es seitens der EU verbindliche Vorgaben gibt, wie viel CO2 Autos ausstoßen dürfen, und dies unter anderem mit bunten Plaketten gekennzeichnet wird, haben sich die Hersteller bemüht, den Verbrauch zu senken. Noch sind zwar keine Sanktionen von der EU zu befürchten, doch wir befinden uns bereits in der Übergangsphase, da ab 2015 die Limits für den Ausstoß von Schadstoffen gesetzlich verbindlich sind. Dann dürfen Neuwagen durchschnittlich nur noch 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Gerade die deutschen Autobauer zeigen sich jedoch auf seinem sehr guten Weg dahin.

Deutsche Autos fast nur mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren

Im sogenannten „CAM-Innovationsindex“ befinden sich immerhin Volkswagen, BMW und Daimler auf den ersten drei Plätzen. Erstaunlich ist vor allem, dass Volkswagen das Ziel für 2015 bereits fast erreicht hat, da die Neuwagen des Wolfsburger Konzerns gerade einmal 137 Gramm pro Kilometer durchschnittlich verbrauchen. BMW weist einen Verbrauch von 145 Gramm pro Kilometer auf. Jedoch ist es erwähnenswert, dass diese nur einen Durchschnittswert von 138 Gramm pro Kilometer erreichen müssen, weil sie viele schwere und große Fahrzeuge produzieren, für die andere Vorgaben herrschen. Trotz des ganzen Lobes und dem international überdurchschnittlich guten Standing der deutschen Automobilindustrie bezüglich der Senkung des Spritverbrauchs und des CO2-Ausstoßes, gibt es Grund zur Kritik. Auffällig ist, dass bei den zahlreichen Maßnahmen zur Verbrauchssenkung fast durchgehend auf die herkömmlichen Verbrennungsmotoren zurückgegriffen wird und alternative Antriebe so gut wie nie eine Rolle spielen. Über kurz oder lang werden die Hersteller jedoch auch auf die alternativen Methoden angewiesen sein. Ein Grund dafür ist die EU-Vorgabe für 2020, nach der jedes Auto im Durchschnitt nur noch 95 Gramm pro Kilometer verbrauchen darf. Dies ist mit den herkömmlichen Methoden kaum zu erreichen.

Elektromobilität keine Alternative?

Es sind sich sicherlich alle einig, dass die Elektromobilität die umweltfreundlichste Variante auf den Straßen ist. Die große Hürde ist hier jedoch die Praktikabilität solcher Autos. So können die benötigten Batterien bisher meist nur eine geringe Reichweite versprechen. Eine durchschnittliche E-Auto-Batterie kostet derzeit im Durchschnitt um die 10 000 Euro, was ein wahrlich stolzer Preis ist. Hinzu kommt, dass Batterien mit einer akzeptablen Leistung sehr viel wiegen und somit unnötig die Reichweite des Autos reduzieren. Jedoch wäre es zu früh, um vom Ende der Elektromobilität zu reden. Ganz im Gegenteil: Die Forschung im Bereich Alternative Antriebe läuft auf Hochtouren, und in regelmäßigen Abständen können neue Technologien und Möglichkeiten entdeckt und präsentiert werden. Es könnte lediglich länger dauern, bis sich die Elektromobilität wirklich auf der Straße etabliert. Ob tatsächlich bis 2020 gute Elektroautos produziert werden, die vom Otto-Normalverbraucher auch bezahlbar sind, bleibt abzuwarten.

Spezialisten für die Zukunft der Elektromobilität verantwortlich

Dass man die Elektromobilität auf keinen Fall abschreiben sollte, zeigen ebenfalls zahlreiche Messen, die zu diesem Thema stattfinden. Vor Kurzem ging bereits zum vierten Mal die eCarTec in München statt. Doch tauschten sich zahlreiche Firmen und Entwickler über ihre Fortschritte und neuesten Visionen aus. Auffällig war dabei vor allem, dass namenhafte Firmen kaum anzutreffen waren, sondern eher Firmen wie Klaric, Goodwolfe oder tm4 das Geschehen dominierten. Das liegt ganz einfach daran, dass sich diese Firmen auf die Elektromobilität spezialisiert haben und sich ausschließlich mit Technologien dieses Thema betreffend beschäftigen. Bei der Messe wurde ebenfalls deutlich, dass die Elektromobilität auf Deutschlands Straßen keinesfalls aufgehoben, sondern maximal aufgeschoben wird.

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  1. Ford Focus Electric - Hat Europa auf ihn gewartet? | Auto - Nachrichten - 15. November 2012

    […] steht in den Sternen, wie die Verbraucher auf das erste reine E-Auto von Ford reagieren werden. Der Markt der alternativen Antriebe will einfach nicht so recht ins Rollen kommen. Außerdem zeigen Umfragen, dass das Interesse an […]

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