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Bike+ aus Italien – Steckdosen waren gestern

Bild: © Giovanni Alli (move.dei.polimi.it) - Prototyp des Bike+ bei einem Test im Herbst 2012

Bild: © Giovanni Alli (move.dei.polimi.it) – Prototyp des Bike+ bei einem Test im Herbst 2012

Mit dem italienischen Bike+ der Uni Mailand gehören lange Ladevorgänge an der Steckdose der Vergangenheit an. Als weltweit erstes Pedelec überhaupt ist das Fahrrad mit Elektromotor völlig energieautark. Der Selbstversorger ermöglicht ein elektrogestütztes Fahrradfahren ganz ohne nervige Ladevorgänge und externe Energiezufuhr. Schon im kommenden Jahr könnte das Parallelhybrid-Fahrzeug erscheinen.

Mit dem Bike+ mehr Strecke machen

Das geschlossene Energiesystem des Bike+ funktioniert nach Vorbild eines Mildhybrids. Übertragen auf das Pedelec bedeutet dies, dass die Muskelwirkung des Menschen entscheidend für die Energiegewinnung oder -abgabe ist. Strampelt man also fleißig, lädt sich die Batterie automatisch auf, lässt der Wirkungsgrad nach, gibt der Elektromotor vom Bike+ automatisch Kraft dazu. So nutzt der Fahrer das volle Potenzial seiner Kraft beim Radeln. Bei langen Abfahrten kann man durch entspanntes Treten der Pedale Energie ansammeln, über die man sich dann bei einer anstrengenden Steigung freut. Tests mit funktionstüchtigen Prototypen zeigen, dass sich im Vergleich mit normalen Pedelecs bis zu 40 Prozent mehr Strecke zurücklegen lässt – der intelligenten Software-Steuerung des E-Motors und der Batterie des Bike+ sei dank!

Bild: © Giovanni Alli (move.dei.polimi.it) - Die Bike+ Batterie mit einem Gewicht von 450 Gramm

Bild: © Giovanni Alli (move.dei.polimi.it) – Die Bike+ Batterie mit einem Gewicht von 450 Gramm

Serienreife in greifbarer Nähe

Das Zwitterwesen zwischen Fahrrad und normalem Pedelec vereint einige Vorteile auf seiner Seite. Die Nutzungsbarriere wird im Vergleich zu Fahrrad und E-Bike verringert – weder muss man sich darüber Gedanken machen, ob es zu anstrengend wird, noch darüber den Kopf zerbrechen, wann der Ladevorgang der Batterie endlich vorbei ist. Das Bike+ spricht eine breite Kundengruppe an, denn es ist sowohl als herkömmliches Fahrrad, als auch als Pedelec und Fitness-Gerät zur Optimierung des Stoffwechsels und einer möglichst effizienten Fahrweise zu gebrauchen. Unterschiedliche Modi sollen sich bequem per Smartphone über eine Bluetooth-Schnittstelle des Bike+ steuern lassen. Co-Entwickler Giovanni Alli, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Mailänder Universität Politecnico di Milano, zeigte sich über den Prototypen sehr erfreut. Er rechnet damit, dass das Bike+ schon im kommenden Jahr serienreif und marktverfügbar sei. Sicher scheint dagegen, dass das Hybrid-Bike ein Gastspiel auf der Eurobike 2013 hinlegen wird.

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