Neue Diskussionen um Antriebe mit Wasserstoff

Neue Diskussionen um Antriebe mit Wasserstoff

Bild: © Mercedes Benz - Eine Mercedes B-Klasse F-Cell am Stuttgarter Flughafen. Bis 2015 möchte man bei Mercedes ein wasserstoffbetriebenes Brennstoffzellenfahrzeug zur Marktreife gebracht haben.
Bild: © Mercedes Benz – Eine Mercedes B-Klasse F-Cell am Stuttgarter Flughafen. Bis 2015 möchte man bei Mercedes ein wasserstoffbetriebenes Brennstoffzellenfahrzeug zur Marktreife gebracht haben.

Vor Jahren schien der Durchbruch des Brennstoffzellenantriebs auf dem Automobilmarkt nur noch eine Frage der Zeit. Danach wurde die Diskussion über das umweltfreundliche, innovative Antriebskonzept spürbar ruhiger; das Elektroauto rückte in den Fokus der Autokonzerne. Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge seien nicht rentabel, lautete die fast einstimmige Meinung der großen Automobilkonzerne.

Die Brennstoffzelle

Eine Brennstoffzelle wird mit Wasserstoff betrieben und scheidet bei Betrieb als Abfallprodukte nur Wasserdampf aus, ein ideales Antriebskonzept für die Städte der Zukunft, sollte man meinen. Bisher kommt die Technologie hauptsächlich im U-Boot-Bau und bei Fahrzeugen für den Hallenbetrieb zum Einsatz. Ein Hauptproblem der Technologie bleibt weiterhin die klimaneutrale Gewinnung des Energieträgers Wasserstoff, der aus Erdgas produziert wird, ein Prozess der einen enormen Energieverbrauch in sich birgt.

Neue technologische Entwicklungen

Doch nun geben neue technische und wirtschaftliche Entwicklungen Anlass zur Hoffnung auf ein Comeback eines Energieträgers, der noch nie in der Massenproduktion verwendet wurde. Auf dem Pariser Autosalon stellten die Unternehmen wieder vermehrt ihre Brennstoffzellenmodelle in den Vordergrund. Nicht zuletzt, weil der Durchbruch in der Batterieentwicklung und die damit bewirkte Erhöhung der Reichweite der derzeit so gehypten E-Autos bisher ausblieb. Zugleich konnten im Bereich des Antriebs durch Brennstoffzellen aber enorme, technische Fortschritte verzeichnet werden:
Die Anfälligkeit bei kalten Umgebungstemperaturen sowie der Wirkungsgrad bei der Umwandlung des Energieträgers in Energie wurden verbessert. Die Notwendigkeit des teuren Elements Platin in großen Mengen stellt die Industrie noch vor einige Schwierigkeiten, Mercedes ist auf diesem Bereich jedoch ein kleiner Durchbruch gelungen. Die Zukunftschancen werden als positiv eingeschätzt – über 50 Prozent der Top-Manager der Autobranche erwarten einen Vorteil der Brennstoffzelle gegenüber den akkubetriebenen E-Modellen für das Jahr 2025, dies ging aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens KPMG hervor.

 

Die Preise für Brennstoffzellenautos sollen, laut den Angaben von Daimler, ungefähr 20 Prozent über denen für vergleichbare, herkömmlich betriebene Fahrzeuge liegen.

„Memorandum of Understanding“

Verschiedene Unternehmen haben angekündigt, zum Jahr 2015 die ersten serienreifen Wasserstoff-Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Die Konzerne engagieren sich zudem wieder stärker beim Thema Wasserstoff, um den Fortschritt im Bereich Gewinnung und Brennstoffzelle voranzubringen. Toyota, Nissan, Hyundai und Honda schlossen mit verschiedenen skandinavischen und isländischen Organisationen ein „Memorandum of Understanding“ zur Einführung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen auf dem dortigen Automarkt.
Das ehrgeizige Projekt fördert den Ausbau eines engen Wasserstoff-Tankstellennetzes und den Dialog zwischen öffentlichen Institutionen und den Unternehmen. Der Ausbau des Versorgungsnetzes ist wesentlich kostenintensiver und aufwendiger als die flächendeckende Versorgung mit Stromtankstellen. Bereits seit 2006 haben sich die beteiligten Länder zusammengeschlossen, um die überregionale Versorgung mit Wasserstoff in der Zukunft zu ermöglichen. Auch andere Staaten, wie beispielsweise Österreich, haben ehrgeizige Projekte zur Förderung des alternativen Antriebskonzepts entwickelt. Die beteiligten Staaten gelten als Vorreiter in Sachen Umweltschutz und dem Einsatz von innovativen, regenerativen Energien.

Preise

Die Preise für Brennstoffzellenautos sollen, laut den Angaben von Daimler, ungefähr 20 Prozent über denen für vergleichbare, herkömmlich betriebene Fahrzeuge liegen, Toyota geht von weitaus höheren Preisdifferenzen aus. Die weitere, technologische Entwicklung ist allerdings derzeit nicht absehbar. Bis zur Markteinführung von Serienmodellen, die dann nicht mehr einen bloßen Nischenstatus einnehmen, wird es noch geraume Zeit dauern.


Eine Antwort zu “Neue Diskussionen um Antriebe mit Wasserstoff”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.