Automobilhersteller Saab vor Pleite


Wenn man an Schweden denkt, so fällt einem natürlich die royale Familie ein, unberührte Natur, Elche – und irgendwie denkt man auch an Autos. Volvo und Saab – die skandinavischen Vorzeigemodelle, die es sogar schon zu DDR-Zeiten gab.

Doch nun scheint es aus zu sein – zumindest mit Saab. Der Automobilkonzern steht kurz vor der Insolvenz. Gestern hatte vor einem schwedischen Gericht eine Anhörung stattgefunden, bei welcher die Firma einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt hatte. Dieser wurde jedoch abgeschmettert. Als das Urteil bekannt wurde, kündigten Vertreter der Gewerkschaft einen Insolvenzantrag an. Dieser soll vermutlich schon in den nächsten Tagen herausgegeben werden. Nur, wenn dieser Antrag genehmigt würde, so könnte die Auszahlung der Gehälter für August abgesichert werden. Dies würde aus staatlichen Garantiefonds bezahlt werden.

Die Nachricht kam nicht unerwartet für Experten aus der Automobilbranche. Diese erkannten kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr und betonten, dass Saab „keine Chance hätte, zu überleben“. Vor allem die Zeit, in der der Konzern vom amerikanischen Automobilhersteller GM übernommen wurde, habe unheilbare Wunden hinterlassen. Seither war die Produktion immer mehr herunter gefahren worden. Schuld daran trugen die nachlassenden Verkaufszahlen. Saab – einst ein Kultauto – wollte niemand mehr fahren. Im letzten Jahr waren nur 30.000 Modelle vom Band gelaufen. Eine Rettung des Konzerns sei extrem unwahrscheinlich. Diese würde Unsummen an Geldern verschlingen. Einen Investor für ein sinkendes Schiff würde man wohl kaum finden. Der Gläubigerschutz wurde dem Unternehmen bereits im Jahr 2009 bewilligt worden. Damals galt Saab als zum Verkauf stehende Tochter des amerikanischen Konzernes GM. Daraufhin hatte er niederländische Sportwagenhersteller Spyker den Schweden aufgekauft. Doch auch dieser konnte Saab nicht mehr vor dem Bankrott retten. Gerüchten zufolge sollte sich ein chinesisches Unternehmen für den schwedischen Automobilhersteller interessiert haben. Dies konnte jedoch nicht bestätigt werden.

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