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Batteriezellen werden billiger – Studie „E-Drive Batteries 2025“

Bild: © beermedia - Fotolia.com - Auf Dauer fallende Batteriepreise bedrohen zahlreiche europäische Unternehmen

Bild: © beermedia – Fotolia.com – Auf Dauer fallende Batteriepreise bedrohen zahlreiche europäische Unternehmen

Elektro- und Hybridfahrzeuge sind derzeit noch eine recht teure Angelegenheit. Besonders die reinen E-Cars schlagen in der Anschaffung noch ordentlich zu Buche. Doch das könnte sich schon bald ändern: Die US-amerikanische Unternehmensberatung „A.T. Kearney“ kommt in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass bis zum Jahr 2025 die Preise für Batteriezellen für Elektro- und Hybridfahrzeuge deutlich sinken werden.

Markt für Batteriezellen wächst – Preise sinken

Der Preisfall kommt durch den wachsenden Markt für Batteriezellen zustande: So prognostiziert die „E-Drive Batteries 2025“-Studie einen Anstieg auf über 100 Milliarden Dollar (rund 78 Milliarden Euro) in den kommenden 13 Jahren. Interessant ist, dass Hybridfahrzeuge selbst dann noch den reinen Elektroautos voraus sind: Mehr als die Hälfte – rund 60 Prozent – der 100 Milliarden Dollar entfallen auf Batterien für Hybridwagen, während „nur“ 40 Prozent den reinen E-Autos zugute kommen. Insgesamt führt der Marktanstieg dazu, dass die Kosten pro Kilowattstunde einer Elektrofahrzeug-Batterie um deutlich mehr als die Hälfte von derzeit 600 bis 800 Dollar auf rund 290 Dollar in 2025 sinken könnten, lautet das Ergebnis der Studie. Neue Technologien, wie zum Beispiel Hochvolt-Kathoden, Silizium-Anoden und verbesserte Elektrolyten, und Kostenreduzierungen bei der Pack- und Zellherstellung durch größere Mengen tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei.

Europäische Unternehmen sind im Vergleich zu asiatischen Firmen zu klein, zu teuer und deshalb auf lange Sicht nicht konkurrenzfähig.

Industrie in Europa bedroht?

Der Weg dorthin wird allerdings kein leichter sein: Preisdruck, Überkapazitäten und Investitionsbedarf werden zur Erschwernis der Industrie, viele europäische Unternehmen könnten dem Druck nicht standhalten – sie seien ernsthaft bedroht, heißt es. Besonders im Vergleich zu asiatischen Firmen seien die europäischen zu klein, zu teuer und deshalb auf lange Sicht nicht konkurrenzfähig. Auf rund 20 Milliarden Dollar wird allein das europäische Marktpotenzial im Jahr 2025 geschätzt. Profitieren können davon aber nur die Firmen, die die kommenden fünf Jahre überstehen – und asiatische Hersteller, die bereits jetzt in Europa aktiv sind, schätzt „A.T. Kearney“.

Hersteller von Batteriezellen in wirtschaftlicher Gefahr

Besonders hart dürfte es die derzeit weltweit über 30 Hersteller von Batteriezellen treffen. Weil die Nachfrage nach Elektroautos nur langsam steigt, werden auch die Produktionskapazität von circa 50 Gwh (Gigawattstunden = 1 Billion Watt pro Stunde) in den kommenden drei Jahren lediglich zur Hälfte ausgelastet sein; jetzt ausgehandelte Preise könnten erst in drei bis fünf Jahren profitabel erreicht werden. Das würde ein Sterben der kleinen und mittleren Unternehmen bedeuten – Überlebenschancen hätten nur die großen Unternehmen, die „Global Player“, die über genug Finanzkraft verfügen. So wird geschätzt, dass von den aktuell 30 Herstellern von Batteriezellen in 13 Jahren nur noch rund zehn übrig sein werden. Eine erschreckende Prognose.
Mehr Chancen sehen „A.T. Kearney“ allerdings bei den deutschen Chemieunternehmen, die für die Produktion von Batteriematerialien sorgen. Insgesamt sei Europa in diesem Feld gut aufgestellt, heißt es.

Über den Author

Thilo Seit 2005 beschäftigt sich der 27-jährige Autor Thilo aus Berlin mit dem Thema Mobilität, seither besucht er regelmäßig die IAA in Frankfurt am Main. Seit der ersten Berührung mit dem Thema Green Mobility, interessiert er sich vorrangig für Elektroautos und Hybride.

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