Das Ende der Traditionsmarke Saab


Die schwedische Traditionsmarke SAAB steht nun endgültig vor dem Aus. Saab war nie eine Marke mit riesigen Verkaufszahlen, mehr etwas für Liebhaber, exklusiver als andere Marken. Viele schätzten die schwedischen Vehikel, einerseits wegen ihrer markanten Formen und andererseits des Individualismus eines SAAB wegen. SAAB legte nie großen Wert auf Trends und eine Anpassung an aktuelle Modefahrzeuge. Sie fanden ihre Nische und bedienten diese lange. Gerade für Sammler sind die Modelle aus den 1960er Jahren, dem Gründungsjahrzehnt von SAAB, besonderere Schmuckstücke.

Die Autos kamen gediegen und eigenwillig daher. Zu den konsequent gepflegten Marotten der Marke gehörte beispielsweise die Platzierung des Zündschlosses in der Mittelkonsole zwischen den Sitzen. Eine Anlehnung an den Flugzeugbau, genauso wie die so genannte „Night-Panel“-Taste. Mit ihr ließen sich auf einen Schlag sämtliche Displays verdunkeln. Als böses Omen, dass für die im südschwedischen Trollhättan montierten Karossen bald das Licht ausgehen könnte, hat das wohl seinerzeit niemand gesehen.

Nun also das finanzielle Aus des Herstellers. Allerdings kann man dieses Ende nicht nur dem neuen Mehrheitseigentümer Spyker vorwerfen. Das „Sterben“ SAABs war viel mehr ein langer, schleichender Prozess.

2009 verkauften die Schweden weltweit noch über 90.000 Fahrzeuge, eine Absatzzahl vergleichbar mit der Porsches. Der Kollaps folgte im vergangenen Jahr 2010. Das Absatzvolumen schmolz auf weniger als ein Drittel der Ergebnisse von 2009. In Deutschland gab es in diesem Jahr gerade einmal 788 Neuzulassungen von SAAB-Fahrzeugen. Zum Vergleich, der schwedische Konkurrent Volvo brachte es 2010 auf 32 mal so viele Neuanmeldungen in Deutschland.

Im selben Jahr kam die Übernahme durch die holländische Firma Spyker. Auch nur eine kosmetische Operation wie sich im Nachhinein herausstellte.

Das Unternehmen beziffert seine aktuellen Schulden auf unglaubliche 769 Millionen Euro. Die Bruchlandung schien unausweichlich und in diesem traurigen Beispiel täuschte dieser auch nicht.

,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.