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Neue EU-Richtlinien für TÜV-Untersuchung: Abhilfe oder Abzocke?

© Uwe Annas - Fotolia.com

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EU will Autos häufiger beim TÜV sehen

Die Diskussion um neue EU-Richtlinien für die regelmäßige Hauptuntersuchung hält den deutschen KFZ-Markt nun schon seit einigen Tagen und Wochen in Atem. Immer neue Pläne für die Richtlinien-Veränderung, bzw. eine EU-weite Vereinheitlichung dieser, geraten an die Öffentlichkeit. Dem größten deutschen Automobilclub ADAC platzt zusehends der Kragen. Erst echauffierten sich die gelben Engel über die neu eingeführte Strafe für Autohalter, die ihr KFZ etwas zu spät zum TÜV bringen. Diese Strafe sieht eine erweiterte Untersuchung vor, die natürlich mit einem Mehr an Kosten verbunden ist. Ein empfindlich teures Versäumnis also. Jetzt wurde bekannt, dass die EU mit ihren Plänen noch lange nicht am Ende ist. Künftig sollen die Fahrzeuge insgesamt häufiger bei der Prüfungskommission vorfahren. Abhängig von Alter und Kilometerstand kann dies sogar jährlich erfolgen.

                                                         

                   „2000 Menschen in Europa fallen jährlich fehlerhafter Technik zum Opfer“

Statistiken sprechen für Initiativen

Der ADAC widerspricht vehement den Rechtfertigungsversuchen aus Brüssel, die Autos würden dank kürzerer Intervalle europaweit sicherer werden.
Zugegeben, die europäische Unfallstatistik liest sich wenig erbaulich: Täglich kommen wegen technischer Fehler an Fahrzeugen mindestens fünf Menschen ums Leben. Das bedeutet: Sechs Prozent aller Unfälle pro Jahr werden durch fehlerhafte Technik verursacht, 2000 Menschen fallen dem zum Opfer, dazu kommen deutlich mehr Verletzte. Unterstützung finden die Initiative der Europäischen Kommission beim Deutschen KFZ-Gewerbe. Besonders ältere Autos verfügten oft über veraltete oder anfälligere Technik. Da diese Fahrzeuge billiger zu haben seien, würden insbesondere Fahranfänger mit diesen Autos umgehen müssen, was sich aber mangels Erfahrung mit Technik und Verkehr als gefährliche Mischung herausstellen könne. Entsprechend hoch liegen die statistischen Werte in Bezug auf die Schadenshäufigkeit ältere Modelle.

Maßnahmen wirken nur teilweise durchdacht
Doch für eine gezielte Eindämmung der beschriebenen Unfallursachen müsste sich nicht die durchschnittliche Anzahl der Prüfungen ändern, sondern die Intensität, bzw. Qualität, so der ADAC. Doch genau in diesem Punkt hakt es noch – das Niveau der Untersuchungen bleibt von Land zu Land unterschiedlich. Zwar wird seitens der EU versprochen, zukünftige Test für ABS und ESP in allen 27 betroffenen Ländern als obligatorisch durchzusetzen, aber ob dies reicht, bleibt reine Theorie.

Die meisten Profiteure sitzen nicht am Steuer
Wer profitiert also mit Sicherheit? Klarer Gewinner bislang: Prüfungskommissionen, die einen neuen und häufigeren Geldsegen erwarten dürften. Wenigstens eine Gruppe Autofahrer darf sich aber doch ein wenig freuen: Besitzer von Neuwagen werden erst nach vier Jahren zum TÜV gebeten. Auf den Straßen selbst dagegen wird sich vermutlich nicht viel ändern, die Unfallstatistik scheint für´s Erste zu bleiben, wie sie ist.

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