Promillegrenze für Radfahrer auf dem Prüfstand

Promillegrenze für Radfahrer auf dem Prüfstand

 

© ferkelraggae - Fotolia.com
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Den ganzen Abend feiern, viel zu viel trinken und dann schnell ab nach Hause. Damit man nach einem solch feucht-fröhlichen Freitag oder Samstag schnell ins Bettchen kommt, ohne viel Geld für ein Taxi auszugeben oder eine sehr lange Laufstrecke zurückzulegen, gab es bislang eine Rettung: Das Fahrrad. Beinahe egal, in welchem Zustand sich mancher befindet, einfach auf das Fahrrad schwingen und in Schlangenlinien durch die nächtlichen Straßen gondeln – das kann doch jeder in jedem Zustand. Was dabei oft und gerne vergessen wird: Man nimmt trotzdem am Verkehrsgeschehen teil und gefährdet sich und andere Menschen. Unzählige Unfälle der letzten Jahre lassen sich auf dieses sorglose Verhalten zurückführen.

Jetzt endlich reagiert die Politik: Die Promillegrenze für Fahrradfahrer soll empfindlich nach unten gesetzt werden. Bislang liegt die Grenze für fahruntüchtige Radler bei 1,6 Promille. Für viele Verantwortliche viel zu hoch. Bedenkt man nur, dass Autofahrer bereits ab 0,5 Promille zur Kasse gebeten werden und sie bei 1,1 Promille als absolut fahruntüchtig gelten. Entsprechende Anträge und Vorschläge werden in den nächsten Tagen und Wochen in den Landesverbänden diskutiert, man will möglichst schnell zu sinnvollen und umsetzbaren Ergebnissen kommen.

Diese Initiative des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) findet insbesondere in den roten und grünen Parteien breite Unterstützung und scheint auch in Hinsicht auf die sehr hohe Zahl von Unfällen nach Alkohol- und Drogeneinfluss überfällig. Denn die Frage stellt sich zurecht: Warum sollten Fahrradfahrer nicht analog zu Autofahrern behandelt werden, insbesondere da das Risiko, dass manche Radler des Nachts eingehen, sehr hoch ist? Wie sich die zuständigen Verbände in den Ländern letztendlich entscheiden und wann eine finale Gesetzesänderung auf den Weg gebracht werden kann, bleibt abzuwarten. Dennoch: Die Initiative des ADFC stößt auf breite Zustimmung, und dies ist schonmal ein ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung.


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