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Carsharing privat – Autofahrer verleihen ihr liebstes Kind

Bild: © autonetzer.de - Im Bezug zum Status des eigenen Pkw findet ein stetiges Umdenken statt

Bild: © autonetzer.de – Im Bezug zum Status des eigenen Pkw findet ein stetiges Umdenken statt

Das eigene Auto galt schon immer, insbesondere in Deutschland, als ein den Halter definierendes Statussymbol. Es leistet also wesentlich mehr, als lediglich ein Transport,- bzw. Mobilitätsmittel zu sein. Überspitzt formuliert: Der junge, dynamische Geschäftsmann hat es geschafft, wenn er sich eines schönen Tages den neuen Porsche vor sein Loft stellen kann. Eine Großfamilie ist erst vollständig, wenn alle Plätze im Mini-Van belegt sind.

Das Verhältnis zum Auto im Wandel

Die Sorge um den eigenen Pkw, auf den man möglicherweise monatelang gespart oder wegen dem man extra einen Kredit aufgenommen hat, drückt sich schließlich in liebevoller Pflege aus.
Doch die Gesellschaft scheint in dieser Hinsicht im Wandel zu sein. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Besitz eines Automobils das Lebensziel vieler Deutscher war. In Zeiten immer neuer Wirtschaftskrisen und steigender Einwohnerzahlen in bevölkerungsreichen Städten, stehen andere Dinge im Vordergrund. Viele Bürger denken schlicht pragmatischer und rechnen sich selbst aus, dass sich Anschaffung und Unterhalt eines Fahrzeugs nicht lohnen, andere Menschen wiederum sparen derweil auf existenziellere Produkte.

Carsharing ein stetig wachsender Markt

In diesem Umfeld des Umdenkens entwickelt sich das Prinzip „Carsharing“ immer weiter. Insbesondere Anbieter in Großstädten wie Berlin, München oder Köln steigern stetig ihre Flottengrößen. Zudem wollen sich immer neue Unternehmen ihr Stück vom großen Kuchen sichern. Meist stehen hinter den Carsharern bereits etablierte Hersteller, die sich von dem modernen Modell der Autovermietung neue Kundschaft in einem anderen Segment erhoffen (Car2Go – Daimler, DriveNow – BMW/MINI, Flinkster – Deutsche Bahn). Des Weiteren werden Autofahrer durch diese Angebote sukzessive mit E-Autos in Kontakt gebracht und für diese alternative Antriebsart sensibilisiert.

Klassische Win-Win-Situation

Nun jedoch erobert eine weitere Variante von Carsharing langsam aber sicher das Internet. Auf diversen Portalen können private Autobesitzer ihren bereiften Liebling vermieten. Die Idee dahinter ist simpel und logisch: Immer wieder kommt es vor, dass völlig funktionstüchtige Fahrzeuge teils wochenlang in ihrer Parkbox oder der Garage dahin vegitieren, ohne überhaupt bewegt zu werden. Wenn sie aber dann doch mal zum Einsatz kommen sollen, dann kann es schnell zu Funktionsstörungen oder Schäden kommen, nur aufgrund der langen Standzeit. Zudem lohnt es sich für einen Großteil der Autobesitzer nicht, einen eigenen Pkw zu besitzen, den sie kaum nutzen. So macht es durchaus Sinn, das Auto an dankbare Gelegenheits-Fahrer gewinnbringend zu vermieten. So garantiert der Halter, dass das Fahrzeug einerseits in Schuss und andererseits finanzierbar bleibt. Die Mieter dagegen sparen viel Geld im Gegensatz zu etablierten Autovermietungen, von bis zu 60 Prozent pro Tag ist die Rede.

Bild: © tamyca - Schlüsselübergabe und Übergabe erfolgen direkt und unkompliziert von Halter zu Mieter

Bild: © tamyca – Schlüsselübergabe und Übergabe erfolgen direkt und unkompliziert von Halter zu Mieter

Abläufe des privaten Carsharings leicht verständlich

Im Grunde funktioniert das Ganze denkbar einfach. Über eine Suchfunktion auf dem jeweiligen Portal findet der Mieter alle verfügbaren Fahrzeuge in seiner Nähe, die dann auf einer Map markiert sind. Dabei finden sich alle jeweiligen Angaben, die der Halter gemacht hat sowie meist ein (mehr oder weniger) aussagekräftiges Foto des Wagens. Die Kontaktaufnahme geht direkt von Mieter zu Vermieter von statten und geschieht zunächst einmal unverbindlich. Es lohnt sich demnach, mehrere in Frage kommende Fahrzeuge anzufragen und sich anschließend zu entscheiden. Gezahlt wird über ein sicheres Online-System, so dass der Vermieter sein Geld erst nach abgeschlossener Transaktion erhält. Alle anderen Einschränkungen, Regeln usw. lehnen sich stark an bereits existierende und bewährte AGBs der großen Anbieter wie Sixt, Hertz und Europcar an. Dem ganzen Mietvorgang geht eine (mittlerweile fast obligatorische) Registrierung auf dem jeweiligen Portal voran. Grundgebühren werden nicht fällig, die Webseiten-Betreiber erhalten allerdings eine Provision.

Potenzial des Sharens noch lange nicht ausgeschöpft

Insgesamt stecken die deutschen Plattformen für Carsharing, die drei bekanntesten sind wohl tamyca.de, autonetzer.de, nachbarschaftsauto.de, in den Kinderschuhen. Doch zwei Marktentwicklungen sollten den Portal-Betreibern Hoffnung geben: einerseits die sich rasant entwickelnde Nachfrage nach Carsharing-Angeboten und die sich daraus entwickelnde Selbstverständlichkeit des Automietens, außerhalb einer Reise oder eines Umzugs. Zum Zweiten ist der Markt des Sharens von allen möglichen Alltagsgegenständen im Aufwind, obwohl die Seitenbetreiber solcher Angebote noch nicht endgültig zufrieden sein können. Denn seine privaten Dinge an völlig Fremde zu verleihen, bedeutet nicht nur eine neue Denkweise sein Eigentum betreffend, es macht auch viel Arbeit. Denn alle Schritte von der Registrierung über Beschreibung, Verpackung, Verschickung und und und, kosten Nerven und Zeit. Wenn sich diese Hürde allerdings überwinden oder zumindest verringern ließe, dann lohnt sich das Vermieten und Sharing kann sein enormes Potenzial ausschöpfen. Dies könnte möglicherweise dem Konsum-Begriff eine ganz neue Facette verleihen.

Privates Carsharing mit großen Chancen

Besonders vielversprechend sind allerdings die Chancen für das Carsharing im Speziellen, da das Mieten von Fahrzeugen schon sehr lange ein für uns bekanntes Phänomen darstellt. Nun scheint diese Möglichkeit  seinen Weg in die Mitte der Gesellschaft zu finden und damit eine weitere Lücke im mobilen Leben zu füllen.

 

Über den Author

Philip Philip ist schon seit der Kindheit von Autos begeistert und interessiert sich deswegen besonders für die neuesten Entwicklungen. Gerade der Bereich "Green Mobility" hat es ihm angetan, denn dort gibt es ständig tolle Innovationen und Technologien zu entdecken.

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